Passion des Cuivres
Foto: Tobias Kadegelingt es, in authentischer Manier auf alten Instrumente diese gut 200 Jahre währende Tradition kammermusikalischer Blechblasmusik wiederzubeleben. Außer gängigen Christmas Carols von Williams Sandys, Lewis Henry Redner oder Lowell Mason wird dem hohen Spielniveau der Amateurgruppen des 19. Jahrhunderts dahingehend Rechnung getragen, dass Bearbeitungen barocker und romantischer Chorwerke, etwa von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel oder Felix Mendelssohn präsentiert werden. Neben Kornetten, Hörnern und Posaunen ist sogar eine Ophikleide zu hören, eine Art Bass-Horn und „Vorfahre“ der Tuba. Besonders gut zur Geltung kommt dieses Instrument, wenn es wie im Arrangement von Polyphems Arie „O Ruddier Than the Cherry“ aus Händels Acis and Galatea mit federnder Beweglichkeit verblüfft – wie überhaupt im Vergleich zu heutigen Instrumenten eine leichtere Timbrierung das Musizieren von Passion des Cuivres bestimmt. Das Klangspektrum der CD bereichern außerdem die Sopranistin Constanze Backes sowie die (in drei verschiedenen Jahrhunderten gegossenen) Glocken der St Andrew’s Church in Sonning bei Reading, deren Geläut für einen stimmungsvollen Ein- und Ausstieg auf der musikalischen Reise des Zuhörers garantiert.
Die dermaßen „beschwingten“ und nicht selten erfrischend humorvollen Arrangements populärer und (vor allem außerhalb Großbritanniens) weniger geläufiger Musikstücke sollten also dazu angetan sein, so manches, Weihnachten eher frostig entgegenschlagende Herz wieder auf Temperatur zu bringen.